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„Ich möchte zeigen, dass diese Branche durchaus attraktiv für Frauen ist.“

Xinrui Hu

Technical Support Specialist | Service | KHS China, Suzhou

Was hast du gelernt und wie ging es weiter?

Ich habe insgesamt vier Jahre Mechatronik im Bachelorstudium studiert, davon drei in China und ein Jahr in Deutschland. Während meines Studiums habe ich auch bereits Deutsch gelernt. Am Anfang war es natürlich erstmal schwer, die neue Sprache zu lernen. Im Jahr 2011 habe ich dann mein letztes Studienjahr an der Hochschule Zittau/Görlitz absolviert und 2012 habe ich dann an der Ruhr-Universität Bochum den Master in Elektrotechnik mit Schwerpunkt Automatisierungstechnik begonnen. Als ich 2017 mein Masterstudium beendet habe, fing ich als Trainee in der Keg-Abteilung in Bad Kreuznach an. Unter Kegs versteht man kleine Fässer bzw. Mehrwegfässer, die vor allem in der Gastronomie verwendet werden. Wir bauen Anlagen, um die Behälter zu reinigen und für die Abfüllung von Bier.

Mein Trainee-Programm dauerte ein Jahr lang. Danach wurde ich übernommen und habe noch zwei weitere Jahre bei KHS in Bad Kreuznach gearbeitet. Mein ehemaliger Chef hat mir viel Vertrauen geschenkt und als ich letztes Jahr wieder zurück nach China gehen wollte, hat er mich auch dabei unterstützt, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Im November 2020 bin ich dann zurück in meine Heimat gegangen und habe angefangen, bei KHS China in Suzhou als Technical Support Specialist zu arbeiten und bin damit sehr zufrieden.

Wie kam es dazu, dass du dich für einen technischen Beruf entschieden hast?

Bereits vor dem Studium fand ich den Bereich Automatisierungstechnik besonders interessant und habe mich früh mit Produktionstechnologien auseinandergesetzt. Gerade für Frauen ist das nicht besonders üblich, es gibt jedoch mehr weibliche Fachkräfte und Experten auf diesem Gebiet als angenommen wird. Umso schöner finde ich es zu zeigen, dass diese Branche durchaus attraktiv für Frauen ist. Da meine Eltern beide als Ingenieure arbeiten, hat mich das darin bestärkt, im technischen Bereich tätig zu sein. Für mich stand sehr schnell fest, dass ich gerne etwas in diesem Bereich studieren möchte.

„Ich lerne täglich neue Sachen dazu und freue mich immer über Herausforderungen.“

Wie würdest du die Aufgaben in deinem Beruf beschreiben?

Die Beschreibung meines Aufgabenbereichs unterteile ich gerne in „Input“ und „Output“.

Ich lese mir unterschiedliche Dokumentationen durch, sammele daraus benötigte Informationen, lerne und recherchiere anhand von Programmen unserer Maschinen sowie von alten Konstruktionen und wende diese wiederum auf unsere neuen Maschinen an. Da es dabei viel um Informations- und Datengewinnung geht, bezeichne ich diesen Teil meines Aufgabenbereichs gerne als Input.

Als Output bezeichne ich das Know-how und die Kenntnisse der Maschinen, Anlagen und der gesamten technischen Aufbaustruktur, die ich mitbringe und an andere Mitarbeiter oder weitere Personen weitergebe. Auch als Entwicklerin muss ich verschiedene Anforderungen von Kunden oder Kollegen in Form einer Software umsetzen. Beispielsweise war ich nicht an der Entwicklungsphase der Blasmaschinen in Hamburg beteiligt, habe allerdings an Schulungen dazu teilgenommen, um mir das Wissen anzueignen und anschließend an Kollegen in China, wie bspw. Inbetriebnehmer oder Kollegen aus dem Vertrieb, weiterzugeben.

Was würdest du anderen Menschen raten, die Interesse an einem technischen Job haben und sich beruflich orientieren wollen?

Insbesondere wenn man jung ist, sollte man die Chance nutzen und bspw. durch Praktika oder andere Tätigkeiten herausfinden, in welchen Bereichen die persönlichen Interessen und Stärken liegen. Dann kann man tiefergehen und eines Tages findet man heraus, welcher Bereich einem liegt und welche Kenntnisse man vertiefen möchte. Ich rate jedem, der Interesse an einem technischen Beruf hat, zunächst herauszufinden, in welche Richtung er oder sie gerne gehen möchte und dann zu überlegen, worauf man sich letztendlich spezialisieren will. Am Anfang ist es meiner Meinung nach nicht schlimm, wenn man noch nicht weiß, was genau man machen möchte. Das muss man schließlich erst noch herausfinden.

Was ist besonders spannend und was ist herausfordernd an deinem Job?

Ich lerne täglich neue Sachen dazu, es kann zwischenzeitlich auch mal stressiger werden, aber auch das ist in Ordnung, denn ich mag Herausforderungen. Wenn ich aufkommende Probleme lösen kann, macht es mir besonders Spaß. Auch im Hinblick auf die internationale Ebene meines Berufes stehe ich regelmäßig vor Herausforderungen. Vor allem nach dem Wechsel von einer Entwicklungsabteilung zu einer vertriebs- und serviceorientierten Abteilung in China verstehe ich besser, dass die Entwicklung eng mit den Marktanforderungen verbunden ist. Dabei ist es besonders wichtig, dass rechtzeitig agiert wird. Außerdem können Sprachbarrieren und fehlende Kenntnisse in der Entwicklung die Kommunikation sehr einschränken oder die Weiterführung eines Projektes verhindern. Dabei zu unterstützen macht mir viel Spaß und fordert mich heraus.

Was machst du sonst noch so?

Ich reise sehr gerne und ich bin allgemein gerne unterwegs, dabei ist es egal, wohin es geht. Das Ziel ist nicht wichtig, es geht darum, dass man unterwegs ist. Dabei kann ich sehr gut abschalten und nachdenken. Wenn das Reisen wieder richtig möglich ist, würde ich allerdings sehr gerne nochmal in die Schweiz reisen. Ich finde es sehr schön da und würde mich freuen, wenn das bald wieder klappt.

Standort Bad Kreuznach auf einen Blick

Mitarbeiter

875

Auszubildende

50

Ø Betriebszugehörigkeit

18 Jahre

Firmengelände

115.916 m2

Gründung

1887

Produktportfolio

(Aseptische) Füllmaschinen, Prozesstechnik, Keg-Technik

KHS GmbH Planiger Strasse 139-147 | 55543 Bad Kreuznach | Deutschland